Artificial intelligence and more

(Bild: Walldorf bei Heidelberg, Foto Andreas Rösel, mit freundlicher Genehmigung)

(Du liest die deutsche Version, das Original findest du hier: Englisch)

Nach meinem letzten Beitrag begann die wirkliche Arbeit, um das Unternehmen vorort zu gründen und an den neuen Standort zu ziehen. Wie immer kann sich, was auf dem Papier einfach erscheint, leicht als zahlreiche Aufgaben herausstellen, die viel Arbeit erfordern.

Es scheint fast unnötig hervorzuheben, dass mir in den letzten vier Wochen praktisch keine Zeit für die Software-Entwicklung blieb. Als absolutes Minimum hätte ich gerne wenigstens eine weitere sehr gute Missionskarte für Heroes V getestet und sie als Empfehlung in unser strategisches Kartenpaket aufgenommen, aber nicht einmal dafür war Zeit. Da mein Verstand sich aber unentwegt mit KI beschäftigt, habe ich es nichtsdestoweniger geschafft an den Grundlagen weiterzuarbeiten. Irgendwie, vielleicht durch eine Kombination aus der Ortsveränderung und dem Stress, konnte ich in diesem Bereich große Fortschritte machen. Mehr dazu weiter unten.

Entschuldigung an alle, die auf meine Arbeit warten.

Was zu tun war

Ich verlasse Hamburg und ziehe nach Heidelberg. Wer Deutschland nicht kennt, die Entfernung beträgt fast 600 km, eine Stadt im Norden und die andere im Süden. Man kann sich also nicht einfach morgens ins Auto setzen, nachmittags ein paar interessante Wohnungen ansehen und abends wieder zurück sein. Man muss vorausplanen und idealerweise ein zeitweiliges Zuhause finden, in dem man leben kann während man nach einer dauerhaften Wohnung sucht. Zum Glück konnte mir hier ein Freund helfen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Entscheidung, wie man seinen Haushalt aufteilt, in einen Teil, der zunächst zurückbleibt, und einen Teil, den man mitnimmt, ist schon eine logistische Herausforderung. Ich musste sicherstellen, dass ich alles habe, was ich zum Leben brauche und auch meine Arbeit machen kann, selbst wenn diese im Moment hauptsächlich organisatorisch ist. Ich bin nicht der Typ, der alles von einem Handy oder Tablet aus erledigen kann. Das Sortieren all meiner Sachen plus das Verpacken und Verladen von allem auf einen Transporter dauerte mehr als eine Woche.

Viele Menschen, dass hat sich auch in Heidelberg gezeigt, sehen Hamburg als eine sehr schöne Stadt und haben mich gefragt, warum ich sie verlasse. Aber wenn man aus Norddeutschland kommt, wo die Landschaft meist ganz flach ist, schätzt man die steilen Hänge und Anstiege mit ihren üppigen Wäldern sowie das andere Wetter, das damit kommt. Es hat seine eigene Schönheit.

Eine Wohnung in Heidelberg und Umgebung zu finden, ist schwer. Natürlich gibt es Angebote für Mietwohnungen, aber wenn man nach der Statistik geht, fehlen mindestens 7.000 Wohnungen in der Region, so dass in der Regel 70 oder mehr Leute zusammen kommen, die Interesse an einer vernünftigen Wohnung bekunden. Und als Selbständiger ist man immer im Nachteil, weil die Vermieter praktisch immer nach einem Einkommensnachweis fragen.

Zum Glück konnte mir ein freundlicher und sehr kompetenter Immobilienmakler gutes Hintergrundwissen über den lokalen Wohnungsmarkt und ausgezeichnete praktische Tipps geben. Dennoch war es harte Arbeit, gute Wohnungen ausfindig zu machen und einen Mietvertrag zu unterschreiben, was zusammen fast drei Wochen gedauert hat.

Wenn man dann noch die Zeit für das Sortieren des Umzugsguts hinzurechnet, plus die Zeit, die noch benötigt wird, um alles in das neue Heim zu bringen, ist man sechs Wochen lang außer Gefecht gesetzt. Das ist hart für einen Unternehmer, für den Zeit alles ist.

Das Plus

Wie ich in meinem letzten Beitrag beschrieben habe, macht der Umzug nach Heidelberg als Ort für die Gründung und das anschließende Wachstum meiner Firma Tesla Minds Sinn.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass ich hier meinen Lieblings-Teamsport, Ultimate Frisbee, spielen kann. Natürlich gibt es viele Orte in Deutschland, wo man das kann, aber die Situation ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich, und in Heidelberg ist sie definitiv gut.

Wenn erst einmal alles aufgebaut ist, glaube ich, dass sich hier viele Dinge wesentlich schneller und weiter entwickeln werden, als dies in Hamburg der Fall wäre. Natürlich hängt vieles auch davon ab, dass man die Wohnung, in der man lebt und auch arbeitet, gut wählt und geschickt einrichtet. Die Entfernungen zu den Orten, die man häufig besucht, spielen hier eine große Rolle. Das gilt für alles: Arbeiten, Essen, Einkaufen, Sport. Das war ein weiterer Grund, warum es nicht einfach war, die richtige Wohnung zu finden.

KI Grundlagen

Natürlich wissen viele Menschen, aus allen Bereichen des Lebens, wenig darüber, wie KI funktioniert. Aber viele Leute, die sich selbst als KI-Experten oder KI-Programmierer verstehen, wissen auch nicht viel über die Grundlagen. KI-Programmierer in der Videospielindustrie haben in der Regel ein begrenztes Repertoire an Algorithmen, die sie verwenden, und Experten für maschinelles Lernen sind vielleicht in der Lage, neuronale Netze nach Vorgaben zu trainieren, wissen aber darüber hinaus nicht viel über grundlegende KI.

Was ich hier mache, ist viel näher an den Grundlagen, d. h. ich erforsche, wie KI im allgemeinen funktioniert und welche technologischen Barrieren überwunden werden müssen, um große Fortschritte zu machen.

Vieles davon ist Mathematik und Einsichten über die Struktur von Raum und Zeit, wie sich die Realität aus Quantenereignissen bildet, zu gewinnen. Es ist ein weites Feld und es gibt viele Ansätze, wie man die Herausforderungen angehen kann, aber das Ziel ist natürlich, dieses Gebiet in einem Umfang zu beherrschen, dass man Zugang zu einer universellen KI erhält. Einer KI mit der man Anwendungen angehen und entwickeln kann, die heute nicht machbar scheinen oder von denen man schlichtweg denkt, dass sie in absehbarer Zukunft nicht erreichbar sind.

Ein Ansatzpunkt hierfür ist Topologie. Bei einem Spiel wie HoMM berechnet man typischerweise Pfade, die von einer Stelle der Karte zur nächsten führen. Es ist ähnlich wie das Problem des Handlungsreisenden, die bestmöglichen Pfade für jeden Heerführer durch das Land zu finden. Es gibt bereits Algorithmen, um den besten Pfad zu finden. Aber aus der Sicht eines KI-Entwicklers sind diese unzureichend, weil diese Algorithmen um viele Größenordnungen zu langsam sind. Typischerweise muss eine akzeptabel schnelle KI viele Millionen Pfade in einer Sekunde verarbeiten, zudem sind die Pfade viel länger, weil diese eine höhere Granularität erfordern.

Im Prinzip brauchen wir einen besseren Ansatz. Das sind die Arten von Problemen, mit denen ich mich normalerweise bei meiner konzeptionellen Arbeit beschäftige. Und hier, in Heidelberg, hatte ich einen dieser hellen Momente, wo man sich einfach die Strukturen, Mechanik und eine Lösung vorstellen muss, die alles zusammenbringt. Herausgekommen ist eine Methode, um sehr große Mengen von Pfaden zu verarbeiten, mit einem variablen Abstraktionsgrad und einem hohen Grad an Parallelität.

Fortschritte wie dieser sind für die KI-Entwicklung im allgemeinen bedeutsam. In meinem Fall ist der Fortschritt sogar noch größer, weil es ein fehlendes Bindeglied in einem umfangreicheren Modell ist. Mit anderen Worten: ein weiterer großer Schritt in Richtung einer universellen KI.

So ein Schritt ist groß genug, um mir Kraft zu geben und bestärkt mich im Glauben, dass ich hier richtig bin. Ein Mensch mit Pioniergeist im Land des schwäbischen Pioniergeistes.

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